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Tagebuch Bounty

Bounty vom Elfenturm

Bounty ist ein Rüde aus Fio´s drittem und letztem Wurf im November 2008. Er ist ein Vollbruder von Amira, sein Vater ist also ebenfalls Arto vom Nollenwald.
Durch viele glückliche Umstände ist es mir möglich gewesen, Bounty im Winter 2009 zurückzukaufen.

Bounty ist ein echter “Arto x Fio-Sohn”, es scheint so als hätte er nur die sehr guten Eigenschaften seiner Eltern in sich vereint. Er ist genau der Hund, den ich in den drei Würfen von Fio immer gesucht habe.

Jetzt im Alter von 2 Jahren zeigt er sich bereits äusserst vielversprechend.
Er ist ein anspruchsvoller Jungrüde mit großem Vorwärtsdrang und sehr hoher Passion.
Seine Suche ist flott und weit, zwar nicht immer planmäßig, aber von absolutem Finderwillen geprägt. Er ist sehr ist wasserfreudig und auch hier zeigt sich sein extrem ausgeprägter Beutewille.
Bis jetzt ist er sichtlaut an allem was vier Beine hat und auf den letzten Drückjagden im Wald zeigte er die Tendenz zum Fährtenlaut auf der warmen Reh- und Saufährte. Den Spurlaut am Hasen hat er leider bis jetzt noch nicht gezeigt, aber vielleicht kommt das ja noch.

Bounty ist wild- und raubwildscharf, bereits auf seiner allerersten Drückjagd im Alter von 10 Monaten hat er ein nur leicht krankes Stück Rehwild runtergezogen und abgetan. Auf den folgenden Jagden konnte er immer wieder seine Wildschärfe zeigen, egal ob Reh oder Sau, was er einmal gegriffen hat entkommt ihm nicht mehr. Bei seinem ersten “Zweikampf” mit einer Sau wurde er sofort geschlagen, was ihn aber nicht davon abgehalten hat weiter kompromisslos und scharf an Sauen zu jagen.
Inzwischen konnte er auch seine Raubzeugschärfe unter Beweis stellen und den HN erlangen.
Anfangs hat er seine Beute extrem stark gegen Jedermann und -hund verteidigt und konnte sich nicht mehr davon lösen. So musste ich den einen oder anderen Kilometer durch den Wald laufen um ihn von einem Stück wegzuholen, weil er nicht bereit war die Beute liegen zu lassen. Mit zunehmender Jagderfahrung wurde das aber immer besser, auf den letzten Jagden hat er sich nur noch kurz bei “seiner” Beute aufgehalten und ist nach ca. 5-10 Minuten wieder zum Weiterjagen aufgebrochen. .

Im Moment verteilt er 39 kg auf 69 Zentimeter Schulterhöhe und weis sein Gewicht und seine Kraft sehr gut einzusetzen.
Er ist ein wunderschöner Jungrüde, sehr gut bemuskelt und sportlich. Trotz seiner Größe und seines Gewichtes wirkt er nicht allzu schwer.

Er erinnert mich vom Wesen her sehr an Fio, er ist selbstbewusst, glaubt die Welt sei ein riesengroßer Abenteuerspielplatz und er ist bis jetzt durch nichts zu beeindrucken.
Das ist auch der Grund, warum ich ihn unbedingt zurück haben wollte.

Bis jetzt ist er mit anderen Hunden im Freilauf recht verträglich, mit den meisten unkastrierten Rüden hat er kein Problem, aber natürlich gibt es auch welche mit denen es nicht klappt. An der Leine spielt er immer noch ein wenig den Oberproll, mittlerweile kann er sich aber auch beherrschen.
Problematisch wird es wenn Beute jeglicher Art ins Spiel kommt, dann hat er keinerlei Freunde mehr. Im Moment bin ich die einzige mit der er seine Beute teilen mag.
Auch bei uns Zuhause duldet er friedliche unkastrierte Rüden, allerdings könnte er auch gut auf sie verzichten.

Bounty ist weimaranertypisch wachsam, er ist aber kein Kläffer (mehr), der bei jeder Gelegenheit anschlägt. Auch in Hotels oder anderen Übernachtungsmöglichkeiten kann man ihn jetzt gut mitnehmen, ohne dass er wegen jedem spätheimkehrenden Zimmernachbarn das ganze Hotel aufweckt.
Er ist jetzt in dem Alter in dem der rassetypische Schutztrieb erwacht. Haus, Garten und Auto sowie Beute gleich welcher Art werden verteidigt.

Einige wenige Nachteile hat er natürlich auch, beispielsweise klaut er wie ein Rabe, nicht nur essbare Dinge sondern auch alles was ihm interessant erscheint - und er findet sehr viel interessant!
Papier jeglicher Art übt auf ihn immer noch eine magische Anziehungskraft aus, besonders Toilettenpapier.
Außerdem betrachtet er sich als Mittelpunkt des Universums und nimmt sich selbst dementsprechend wichtig. Ich denke aber, das ist weniger eine angewölfte Eigenschaft sondern eher anerzogen bzw. nicht rechtzeitig entgegen gewirkt. Er trifft gerne Entscheidungen, die ihm eigentlich nicht zustehen, aber auch das ist meiner Meinung nach erlerntes Verhalten.
Zudem ist er sehr selbständig und für einen Weimaraner recht unabhängig. Auf der Jagd ist seine Selbständigkeit Segen und Fluch zugleich. Im Wald ist diese Eigenschaft traumhaft, es ist mir eine wahre Freude ihm zuzuschauen, wie er unermüdlich Wild sucht und findet, ohne sich von irgendwas beeinflussen zu lassen. Er stöbert sehr weiträumig und eigenständig und findet einfach immer und überall Wild.
Im Feld ist seine Selbständigkeit eher unpassend, ich werte es zwar positiv dass er auch hier unbedingt Wild finden will, aber es nutzt einem wenig wenn er das Geläuf des einzigen Fasans über drei Felder weiter verfolgt um ihn dann weit im Nachbarrevier vorzustehen.... Er wird einfach lernen müssen dass er im Feld eng mit dem Menschen zusammen jagen muss, um Beute zu machen. 

Er ist kein Hund, der von “Jedermann” geführt werden kann, seine Durchsetzungsfähigkeit, Selbständigkeit und Hartnäckigkeit, dazu recht unbeeindruckt von Korrekturen, machen ihn nicht unbedingt leichtführig.
Für mich jedoch ist er genau der Hund, den ich mir immer gewünscht habe.
Ich habe nicht zu hoffen gewagt, dass ich nach Fio noch einmal einen Weimaraner führen darf, der ihr ebenbürtig ist  - er ist ein absoluter Traumhund!
 
Fotos von ihm sind in seinem Tagebuch zu finden